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	<title>Inga Reimers. &#187; Taktsinn I</title>
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		<title>Zusammenfassung Taktsinn I</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2014 15:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ess-Setting]]></category>
		<category><![CDATA[Taktsinn I]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenfassungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Taktsinn-Abend stellte in der Reihe der weiteren experimentellen Settings einen ersten Versuch dar, in dem zum einen versucht werden sollte, dem „Nicht-Visuellen“ in Forschung, Kunst und Alltag näherzukommen. Zum anderen interessierte mich hier das Format des Forschungsdinners: Was kann dieses leisten und welches (besondere) Wissen kann es hervorbringen? Als allen vertrauter, performativer Rahmen diente [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Taktsinn-Abend stellte in der Reihe der weiteren experimentellen Settings einen ersten Versuch dar, in dem zum einen versucht werden sollte, dem „Nicht-Visuellen“ in Forschung, Kunst und Alltag näherzukommen. Zum anderen interessierte mich hier das Format des Forschungsdinners: Was kann dieses leisten und welches (besondere) Wissen kann es hervorbringen? Als allen vertrauter, performativer Rahmen diente hier das Festmahl, in dem die Gäste durch die Tischreden und das per se sinnliche Essen zum Austausch über das Nicht-Visuelle angeregt werden sollten.<span id="more-215"></span></p>
<p>Hierbei erwies es sich als schwierig, eine routinierte Alltagspraktik wie das Essen über einen längeren Zeitraum bewusst wahrzunehmen. So war der Austausch mit den TischnachbarInnen über das Nicht-Visuelle ja ausdrücklich erwünscht. So schwankte der Fokus zwischen der subjektiven, sinnlichen Wahrnehmung und dem kollektiven Erlebnis des Essens, Zuhörens und Diskutierens. Dabei wurde das ominöse „Nicht-Visuelle“ zwar in den einzelnen Vorträgen an konkrete Beispiele gebunden, eine übergreifende Definition konnte der Abend jedoch nicht leisten. Trotz der von Vielen als offen, entspannt und freundlich empfundenen Atmosphäre gab es auch Gäste, die insbesondere die gemeinsamen Diskussionen zu den einzelnen Vorträgen als zu akademisch erlebten.</p>
<p>An der beschriebenen Atmosphäre hatte das Essen einen maßgeblichen Anteil. Aber auch das eher Ungeplante und Beiläufige lieferte einen wichtigen Beitrag: So nahm das Tageslicht im Raum mit jedem Gang und jeder Tischrede etwas ab, bis am Ende zum Dessert der Raum in eine Mischung aus Abenddämmerung und blauem Scheinwerferlicht getaucht war. Angelika Leisering beschrieb dieses zu Beginn ihres Vortrags passend mit dem Begriff des „leisen Lichts“. Diese Form des Offenen und Experimentellen fand auch Einzug in die Klangcollage von Siegfried Saerberg, indem sich Kirchenglocken und Kinderstimmen von draußen mit den Sounds vom Band vermischten. Damit war für einige Gäste die Erkenntnis verbunden, dass auch beim Hören Bilder erzeugt werden bzw. generell Visualität nicht nur etwas mit dem Sehen von äußeren Eindrücken zu tun hat, sondern auch eine Form des Verstehens, des Übersetzens von allen Sinneseindrücken ist.</p>
<p>In den Diskussionen stellte sich jedoch auch heraus, dass auch das „Nicht-Visuelle“ eine Konstruktion ist, die durch das Ausschließen eines Sinnes die Dominanz des Visuellen nicht überwinden kann. Vielmehr konnte man dem Nicht-Visuellen durch bewusste Aufmerksamkeit für das Beiläufige auf die Spur kommen: Bei zufälligen Berührungen oder beim Suchen nach den richtigen Worten für ein Gefühl das beim Zuhören erzeugt wird. Für das Erleben von Geschmack, Gerüchen und Geräuschen als Form des Nicht-Visuellen wurde dabei auch noch einmal die stärkere Unmittelbarkeit festgestellt. Diese Wahrnehmungen wurden zudem als viel linearer beschrieben als visuelle Eindrücke, die z.B. durch das perspektivische Sehen einer permanenten Überlagerung unterliegen.</p>
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		<title>Begrüßungsrede Taktsinn I</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2014 14:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ess-Setting]]></category>
		<category><![CDATA[Taktsinn I]]></category>

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		<description><![CDATA[ Begrüßungsrede (Inga Reimers) Herzlich willkommen in der Universität der Nachbarschaften ich freue mich sehr, diesen von langer Hand geplanten Abend endlich mit euch und Ihnen genießen zu können. Als Überschrift für diesen Abend habe ich das Kunstwort „Taktsinn“ gewählt. Es trägt in komprimierter Form bereits einen großen Teil meines Forschungsinteresses in sich: Es beinhaltet den [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Begrüßungsrede (Inga Reimers)</strong></p>
<p>Herzlich willkommen in der Universität der Nachbarschaften ich freue mich sehr, diesen von langer Hand geplanten Abend endlich mit euch und Ihnen genießen zu können. Als Überschrift für diesen Abend habe ich das Kunstwort „Taktsinn“ gewählt. Es trägt in komprimierter Form bereits einen großen Teil meines Forschungsinteresses in sich: Es beinhaltet den Takt eines Musikstücks, dass hörend wahrgenommen werden kann und auch den Takt im Sinnes eines Fingerspitzengefühls im menschlichen Miteinander. Mit dieser Metapher verweist Takt eben auch auf das Taktile, also das tastende Wahrnehmen. Mit dem zweiten Wort „Sinn“ wird auf das übergeordnete Feld der Sinne verwiesen. Darüber hinaus trägt der Abend die Überschrift des Nicht-Visuellen und des Experiments, welches zentrale Gegenstände in meiner Doktorarbeit im Graduiertenkolleg Versammlung uns Teilhabe darstellen.<span id="more-206"></span></p>
<p>Die Motivation meiner Forschung besteht im Hinterfragen der Dominanz des Visuellen im Alltag, in der Wissenschaft und in der Kunst. In all diesen Bereichen stellt der Sehsinn den zentralen Sinn dar. Das wird meine Forschung sicher nicht grundlegend ändern. Ich möchte aber mit Experimenten wie diesem heute Abend danach fragen, was die tastende, riechende, schmeckende und hörende Wahrnehmung der Welt ausmacht und auch an anderen Erkenntnissen bringen kann. Doch kann man das Nicht-Visuelle überhaupt als ForschungsGEGENSTAND beschreiben? Inwiefern ist es Gegenständlich? Und wie können wir es be-greifen? Was erfahren wir mit unseren nicht-visuellen Sinnen über die Welt und welche Praktiken sind damit verbunden? Das sind Fragen, die den Experten und der Expertin des heutigen Abends gestellt habe und die auch uns allen noch einmal stellen möchte.</p>
<p>Bei einer Versammlung wie dieser um einen gemeinsamen Tisch interagieren nicht nur die verschiedenen Menschen miteinander. Auch der Raum und die anwesenden Dinge wirken auf die Menschen und umgekehrt. Somit entsteht eine Atmosphäre, die nicht nur visuell beschrieben werden kann. Eine solche Atmosphäre lässt sich nur gemeinsam erzeugen und ist in der Vorbereitung eines solchen Abends nur bedingt planbar. In diesem Sinne besteht meine Forschung also auch darin, kollektiv zu forschen sowie Settings und Räume zu schaffen. Dabei bringe ich – wie heute Abend – Expertinnen und Experten des Nicht-Visuellen zusammen, sodass zwangläufig in der Interaktion Wissen über das Nicht-Visuelle produziert und ausgetauscht wird. Die Situation des gemeinsamen Essens an einem Tisch soll uns allen die Beteiligung daran erleichtern.</p>
<p>Nachdem ich nun ganz kurz meine Forschung umrissen habe, möchte ich vorab dazu anregen, das Essen zwischen den einzelnen Vorträgen heute Abend bewusst – vielleicht bewusster als sonst – zu genießen: Welche Konsistenz hat es? Ist es knusprig, weich, scharf, süß oder salzig? Diese bewusste Hinwendung zum Essen soll schließlich unsere gesamte Sinneswahrnehmung an diesem Abend schärfen. Wie riecht also beispielweise die Ingwer-Möhrensuppe? Wie fühlt sich das Fingerfood im Hauptgang an? Und welche Geräusche macht ein Apfelcrumble, wenn es gemeinschaftlich gekaut wird?</p>
<p>Schaut man sich den Vorgang des Essens und den des Forschens dann einmal genauer an, gibt es Parallelen, die bei dieser bewussten Wahrnehmung helfen können. In beiden Feldern nähert man sich einem Gegenstand, analysiert und verarbeitet ihn, bis man sich schließlich wieder neuem zuwendet. Auch wir werden das Essen heute Abend, Bissen für Bissen, in den Mund stecken, mit unserer Zunge befühlen, werden es zerteilen und im Mund wenden und dabei zur Analyse vorbereiten. Dabei entfaltet sich der Geschmack eines Getränks oder einer Speise erst nach und nach im Laufe dieses Vorgangs. Wir fragen uns: Schmeckt es? Wie schmeckt es? Welche Konsistenz hat es? Dabei ist der Mund die Schnittstelle für Worte und Essen: Sie begegnen sich, während die Speisen hinein und die Worte hinausgehen. Daher darf und soll in diesem Format ganz bewusst mit vollem Mund gesprochen werden.</p>
<p>Nach dem Kauen wird das Essen geschluckt und gleitet in den Magen. Es wird für kurze Zeit eins mit dem Körper, der es noch einmal in kleinere Teile zerlegt und nur das behält, was er gebrauchen kann. Auch als Forschende nähern wir uns unserem Gegenstand, bauen Nähe zu ihm auf, nehmen mit, was wir interessant finden und verlassen das Feld dann wieder. Beide Vorgänge – das Essen und Forschen – sind dabei sehr subjektiv und an den eigenen Körper gebunden: Im Gegensatz zu einem Objekt, das auch nach dem Betasten nahezu dasselbe bleibt, können zwei Personen nie genau dasselbe essen.</p>
<p>Über diese sinnlichen Parallelen zwischen Essen und Forschen hinaus gibt es in der Kunstgeschichte viele Beispiele für gemeinsames Essen als Rahmen für soziale, gesellschaftliche und künstlerische Prozesse: So holten die Futuristen in den 1930er Jahren das sonst vor allem in der Stilllebenmalerei gezeigte Essen mit dem „Manifest der futuristischen Küche“ und verschiedenen Banketten zurück in mit allen Sinnen erfahrbare Dimensionen. Die Philosophin Madalina Diaconu beschreibt das gemeinsame Mahl als Ort und Praxis der Diplomatie, des Waffenstillstands und des Beisammenseins par excellence, welche über kulturelle, politische und religiöse Grenzen Gültigkeit hat.</p>
<p>Im Jahr 1996 initiierte Friedemann Derschmidt, um ein weiteres Beispiel zu nennen, das Format „Permanent Breakfast“. In diesem lädt er Personen zum Frühstück im öffentlichen Raum ein. Die Gäste verpflichten sich zum nächsten möglichen Zeitpunkt jeweils ein weiteres öffentliches Frühstück zu initiieren und so weiter und so fort. Fotos dieser Versammlungen werden auf der Homepage permanentbreakfast.org dokumentiert. Friedemann Derschmidt beschreibt das Format des gemeinsamen Essens in diesen Zusammenhang wie folgt: „Das Essen macht die Menschen offen, bietet den geeigneten Rahmen , um auch soziale Grenzen abzubauen, lässt Situationen entstehen, die man nicht planen kann.“</p>
<p>In diesem Sinne, wollen wir also gemeinsam schauen, zu welchen Ideen und Erkenntnissen uns die drei ExpertInnenbeiträge anregen, welche Sinne und Diskussionen beim Essen angesprochen werden und was sich darüber hinaus zwischen uns, den Dingen und dem Raum entwickeln wird. Der erste Vortrag kommt nun von Siegfried Saerberg und trägt den Titel „Auditief“. Im Anschluss daran wird die Suppe serviert. Nach der Suppe wird Johannes Müske seine empirisch-kulturwissenschaftlichen Forschungen zu verschiedensten Klangwelten vorstellen. Danach folgt der Hauptgang, der aus vier verschiedenen Fingerfoodvariationen besteht. Bevor wir das Dessert – ein Apfel Crumble mit Vanillesoße &#8211; genießen, wird Angelika Leisering unseren passiven Sinn ansprechen und ein Sensitivitätsexperiment mit uns durchführen. Mit einem Wilhelmsburger Deichbruch werden wir dann den offiziellen Teil des Abends beschließen.</p>
<p>Danach gibt es für alle, die noch bleiben wollen, Getränke an der Bar sowie Kaffee, Tee und Zigaretten im Foyer. Da aber eure Ideen und Erkenntnisse am Ende des Abends nicht mit euch gehen sollen, bitte ich um eine kurze Rückkopplung des Erlebten an eure Fragen, die ihr mir geschickt oder mitgebracht habt. Hierfür liegen am Kaffeetisch Stifte und Papier aus oder ihr könnt eure Eindrücke an der Bar schildern.</p>
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